Die Wiedergeburt des Klapprads

Als die Deutsche begannen mit dem eigenen Auto in den Urlaub in benachbarten Ländern zu fahren, wollten manche auch ihre Räder mitnehmen. Weil aber ein Dachgepäckträger teuer war, kauften sich viele gleich ein Klapprad – das konnte man überall mit hinnehmen, es nahm weniger Platz weg und war relativ leicht.

cierrasmithwilsmithphoto-600x400Irgendwann in den 80ern verschwand das Interesse an den Klapprädern, BMX und Bonanzaräder waren plötzlich der Traum der Jugend, und manch einer wollte ohnehin so schnell wie möglich ein Mofa haben. Wer unbedingt Radeln wollte, kaufte sich ein Rennrad.

Mit den Mountainbikes begann eine neue Welle des Radmassensports, und bald wurde das Fahrrad zum umweltfreundlichen Verkehrsmittel, mit dem man sich vor allem in den Städten gerne sehen ließ. Weil es hier aber immer wieder zu Problemen kam, wenn es um eine Beförderung in Bahnen und Bussen ging, besannen sich einige Hersteller wieder auf die Klapprad-Idee.

Marktführer ist heute sicherlich, was den Bekanntheit der Marke angeht, Brompton. Die Firma wurde schon 1976 gegründet, hatte ihren Durchbruch aber vor allem seit dem Jahr 2002, als ein neuer Geschäftsführer, Will Butler-Adams, eingestellt wurde. Er steigerte die Produktion von 6000 auf 40.000 Räder pro Jahr. Das Brompton-Bike ist oft kopiert worden, unter anderem auch von ehemaligen Partner Neobike. Eine andere sehr bekannte Firma ist Dahon, die was die weltweiten Verkaufszahlen angeht sogar noch vor Brompton liegt.

In vielen Großstädten dürfen heute in den öffentlichen Verkehrsmitteln keine Fahrräder mehr mitgenommen werden, wohl aber Klappräder. Sowohl in London sind sie erlaubt als auch in Singapore und in Bangkok. Für manche, gerade in Asien, ist das Klapprad heute auch eine Art Luxusartikel geworden, den man gerne zur Schau stellt. In Thailand gibt es zahllose Brompton- und Dahon-Clubs die sich zu gemeinsamen Ausflügen treffen. Manche Klappräder mit 16”-Reifen werden heute sogar als tragbare Räder bezeichnet, weil sie so klein und leicht sind, dass man sie sogar über weitere Strecken tragen kann.